Leinsamenfeld

Leinsamen – mehr als nur eine Müslizutat

Lein wird altertümlich auch Flachs genannt

Eine Pflanze, die zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt zählt. Schon in Ägypten hat man die zähen Fasern zur Herstellung von Geweben gebraucht. Erst später wurde erkannt, welche Heilwirkungen und welch ein Genussmittel die Leinsamen sind.

Die Pflanze mit ihren wundervollen blauen Blüten verfärbt sich innerhalb eines Monats hellbraun und aus den blauen Blüten verwandeln sich erbsengroße Kügelchen. Da drinnen verbergen sich die kostbaren Leinsamen, die zwischen August/September geerntet werden.

Viele von uns verwenden Leinsamen als Müslizusatz oder beim Brotbacken. Dabei gehören die kleinen braunen Samen in jede Naturapotheke, denn die Inhaltsstoffe sind enorm.

Der Leinsamen besteht zu 12-19 % aus Schleimstoffen, die auf der äußeren Haut der Samenschale lagern. Leinsamenschleim quillt stark auf. Bereits 100 g Leinsamen binden 1,6 bis 3 Liter Wasser – legt man diese ins Wasser bildet sich eine gallertartige Schleimhülle.

Ebenfalls enthalten sind:

  • 25% Ballaststoffe (darunter schleimbildender Mehrfachzucker)
  • 30-45 % fettes Öl – Omega 3 Fettsäure (Samen sollten angequetscht werden)
  • 25% Eiweiß

Leinsamen in der Naturapotheke – innerlich angewendet

Innerlich eingenommen weisen Leinsamen eine Reihe von Wirkungen auf. Sie sind:

  • stuhlregulierend
  • peristaltikanregend (Darmbeweglichkeit)
  • schleimhautschützend
  • reizmildernd

Leinsamen bei Verstopfung:

Wer unter Verstopfung leidet, hat mit den Leinsamen einen Helfer gefunden. Wichtig dabei, die Samen müssen mit Wasser eingenommen werden, damit diese nicht im Körper auf dem Weg zum Darm hängen bleiben und dort erst quellen. Dort angelangt kommt es zu einer 4-8 fachen Volumenzunahme und dadurch zu einem Füllungsdruck. Heißt, die Darmwand wird gedehnt. Der zusätzliche Schleim ist die Gleitschicht, die bei Verstopfung dazu den Darminhalt schön raustransportiert.

Empfehlung bei Verstopfung:

2-3 x tgl. zwischen den Mahlzeiten

1-2 EL ganze oder aufgebrochene Samen (nicht geschrotet) mit je 150 ml Wasser (2 EL 300 ml Wasser) einnehmen.

Nebenwirkungen sind keine bekannt. Aber Medikamente sollten erst ca. 2 Stunden später eingenommen werden.

Leinsamen bei Durchfall:

Das Tolle an den wertvollen regionalen Samen ist, dass sie neben einer Verstopfung auch bei Durchfall als Helfer dienen. Da werden überschüssiges Wasser und Bakterien im Dickdarm gebunden. Das führt zu einer Konsistenzsteigerung des Stuhls und Verringerung der Stuhlfrequenz.

ANWENDUNG:

2-3 EL Leinsamen – frische ganze oder aufgebrochene Leinsamen mindestens 1- 2 Stunden in einem Glas mit kaltem Wasser quellen. Samen abgießen und den Schleim schluckweise langsam trinken, damit die Schleimhäute bedeckt werden.

3x tgl. 1 Tasse

Bei einem Erwachsenen sollte die Tagesdosis von 45 g Leinsamen nicht überschritten werden.

Leinsamen in der Naturapotheke – äußerlich angewendet

Feucht-warme Leinsamenkompressen auf die Kieferhöhlen gelegt, wirken ideal bei Nasennebenhöhlenentzündung. Sie sind ein guter Wärmespeicher und fördern die Durchblutung der entzündeten Region. Dadurch wird der Abfluss des Nasensekrets gefördert und dieser typische Druckschmerz minimiert.

ANWENDUNG:

3 Tassen Leinsamen mit 4 Tassen Wasser zu einem dicken, zähen Brei kochen. Je 1 EL Brei in einen Teebeutel, Taschentuch oder Strumpfhose füllen. Am besten gleich mehrere vorbereiten und zwischen zwei Wärmflaschen warmhalten. Alle 10 Minuten ein neues Päckchen auflegen. Nach dem letzten Päckchen unbedingt nachruhen und keiner Zugluft aussetzen, bis die Gesichtshaut wieder Normaltemperatur hat.

Auch bei entzündeter oder trockener Haut finden die Säckchen ihren Einsatz, aber unbedingt erkalten lassen. Sie wirken:

  • beruhigend
  • entzündungshemmend
  • juckreizmildernd

ACHTUNG: Päckchen nur maximal 1-2 Stunden anwenden dann entfernen, weil sonst Keime an den kalten Schleim binden können.

Noch mehr zum Thema Leinsamen und seine Einsatzmöglichkeiten und zum wertvollen Leinöl, sowie zu vielen anderen Informationen zur Naturapotheke findest du bei Fräulein Grün.

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