Zwei Mädchen Arm in Arm mit dem Rücken zum Betrachter - sehr versunken und innig

Kinder brauchen mentale Stärke

Tipps für Eltern, um Selbstvertrauen und innere Stärke ihrer Kinder aufzubauen

Mentale Fähigkeiten wie Intuition, Fantasie, Kreativität und positiver Glaube gehören zu den wichtigsten Kompetenzen von Kindesbeinen an und für die Zukunft. Mentale Stärke ermöglicht es, Herausforderungen alleine und kompetent meistern zu können, das innere Gleichgewicht wieder zu finden, sich zu entspannen, konzentriert zu lernen, sich selbstbewusst zu fühlen und mit Ängsten umzugehen.

Jedoch werden diese ureigenen mentalen Fähigkeiten unserer Kinder immer mehr durch stetig vorgelebte Hektik, steigenden Lerndruck und übertriebenen Freizeit-Aktivismus zugeschüttet. Viele Kinder haben es verlernt, ihrer Umwelt aufgeschlossen und positiv zu begegnen.

Wie kann ich als Mutter bzw. Vater mein Kind unterstützen, damit es Selbstvertrauen und mentale Stärke aufbaut?

Es gibt zahlreiche Strategien und erzieherische Werkzeuge, die Kindern helfen können, mental stärker zu werden und ihre mentale Stärke zu entwickeln. Viele dieser Methoden werden auch beim Mentaltraining verwendet, das immer mehr auch bei Kindern und Jugendlichen zum Einsatz kommt.
Kleinkind, das einer Riesenseifenblase hinterherjagt

 

Positive Formulierungen verwenden

Viele Eltern sprechen mit ihren Kindern sehr oft über ihre Defizite und Schwächen. Oft werden sie auch mit Nachbarskindern verglichen. All das bringt dein Kind nicht weiter, im Gegenteil, es weckt Scham, Neid und Rivalitätsgedanken. Und es ist dann auch nicht verwunderlich, wenn dein Kind  eher pessimistisch eingestellt ist, sich selbst wenig zutraut und schlechte Resultate voraussagt.

Denk immer dran, jedes Kind ist einzigartig und jedes Kind hat sein eigenes Tempo und kann unterschiedliches. Sätze wie „Ich bin stolz auf Dich!“, „Ich vertraue dir!“, „Ich verstehe dich“, „Du schaffst das/ Du bist stark“, „Ich liebe dich und bin so froh, dass du da bist“, „Was du machst und wie du dich fühlst interessiert mich sehr“, „Wenn du mich brauchst, ich bin immer für dich da!“ sind sehr förderlich und sollten so oft es nur geht verwendet werden.

Probiers einfach mal aus! Du wirst sehen, positive Gedanken helfen dabei, den Optimismus zu favorisieren, anzupacken und in die eigenen Fähigkeiten zu vertrauen.

 

Interessen, Begabungen und Talente von Kindern fördern

Stärken zu entdecken und sie zu fördern, macht Kinder zufrieden und mental fit fürs Leben. Kinder und Jugendliche brauchen dafür Erwachsene, die die, in ihnen verborgenen Begabungen sehen und fördern wollen. Im normalen Schulalltag ist dafür oft wenig Raum, deshalb braucht es engagierte Eltern.

Ein verregneter Nachmittag eignet sich sehr gut, um gemeinsam mit dem Kind zu überlegen: Wann hat es das letzte Mal etwas richtig gut gemacht? In welchen Bereichen des Lebens erzielt es Erfolge? Welche Stärken hat es in verschiedenen, euch in Erinnerung gebliebenen Situationen gezeigt?

Es gibt verschiedenste Möglichkeiten, die Stärken des Kindes zu visualisieren: mittels eines Stärkenprofils, in einem Erfolgstagebuch oder mithilfe eines Stärkenbaumes. Mit Jugendlichen kann zusätzlich auch darüber gesprochen werden, zu wie viel Prozent die jeweilige Stärke nach eigenem Empfinden gerade ausgelebt wird, welcher Soll-Wert wünschenswert wäre und wie was getan werden kann, um den Wunsch-Wert zu erreichen.

Generell geht es nicht darum, bei allen Stärken 100% zu erreichen, sondern sich wohl zu fühlen und ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, worin man wirklich gut ist. Es wäre nicht nur unrealistisch, jede Stärke zu 100% ausleben zu wollen, sondern vielmehr droht auch die Gefahr, übers Ziel hinauszuschießen und sich zu überfordern.
Kleinkind beim Zeichnen mit Wachsmalkreiden.

 

Ängste und Stress ernst nehmen und gemeinsam überwinden

Das Stärken von Potentialen und Ressourcen ist ein wichtiger Baustein für mentale Stärke. Es hilft keinem Kind, wenn Eltern Sätze sagen wie: „Du wirst schon auch deinen Teil dazu beitragen, dass ihr euch immer streitet!“ oder „Du brauchst keine Angst haben, es ist doch alles in Ordnung!“ Wenn ein Kind Angst hat, ist nichts in Ordnung!

Wichtig ist dann, dass sich das Kind seinen Ängsten bzw. dem Stress stellt. Wenn Kinder die Dinge immer vermeiden, die Angst bzw. Stress machen, wird es niemals die Möglichkeit bekommen, Vertrauen in seine Fähigkeiten zu erlangen und den Stress zu bekämpfen, den die Situation verursacht.

Die Lösung ist, das Kind zu begleiten, es ernst zu nehmen, ihm zuzuhören, es zu berühren und mit ihm gemeinsam eine Lösung zu finden. Was könnte das Kind machen, damit es mit der Situation besser umgehen kann? Kinder haben viele Ideen und wissen oft intuitiv, was ihnen gut tut. Kinesiologische Übungen oder Klopfsequenzen können außerdem hilfreich sein, Angst- oder Stresssituationen besser zu bewältigen.

 

Kinder selbst entscheiden lassen und Verantwortung zugestehen

Was passiert, wenn Kinder heute ein Problem haben? Dann gehen Sie zu den Eltern und meist lösen es dann die Eltern für die Kinder. Wie sollen dann allerdings Kinder eine Lösungsfindungskompetenz entwickeln, wenn Eltern ihnen das immer wieder abnehmen?

Daher, wenn du deine Kinder zu glücklichen und selbstbewussten Kindern aufziehen willst, lass sie ihre eigenen Entscheidungen treffen. Auch wenn es noch so verlockend ist, deinem Kind zu helfen, wenn es z.B. mit unangenehmen Gefühlen kämpft. Begleite dein Kind, damit es das Problem selbständig lösen kann. Kinder bauen mentale Stärke auf, indem sie lernen, was sie erreichen können, wenn sie sich ihren Gefühlen stellen.

Und natürlich dürfen Kinder dann auch die Verantwortung für ihr Handeln übernehmen! Nur wenn Kinder ihre Taten erklären können und müssen, ohne Ausreden zu erfinden oder Andere dafür verantwortlich zu machen, entsteht mentale Stärke!
Farbbekleckste Füße einer Familie rund um ein Häufchen bunter Pinsel

 

Gefühle verbalisieren und verstehen lernen

Die eigenen Gefühle verstehen, sie Anderen erklären, Strategien entwickeln, wie negative Emotionen überwunden werden können, sich in Andere hineinversetzen können und deren Gefühlslage richtig deuten – all diese Fähigkeiten muss ein Kind erst lernen, um „emotional kompetent“ durchs Leben gehen zu können. Emotionale Kompetenz ist die Fähigkeit, mit eigenen und fremden Gefühlen konstruktiv umgehen zu können. Kinder, die über diese Fähigkeit verfügen, haben in der Regel ein gesundes Selbstbewusstsein entwickelt, können auf viele Strategien zurückgreifen, mit Frust und Niederlagen umzugehen. Zudem sind sie in der Lage, Beziehungen und Bindungen einzugehen.

Um emotionale Kompetenz zu erlangen, brauchen Kinder die Unterstützung ihrer Eltern. Mithilfe folgender Tipps können Eltern innerhalb der Familie eine konstruktive Auseinandersetzung mit Gefühlen fördern:

  • Sei deinem Kind ein Vorbild und lass Gefühle, positive wie auch negative, zu. So schaffst du ein positives Familienklima.
  • Sprich mit deinem Kind über Gefühle und nimm diese immer ernst. Gefühle sind nie schlecht. Angst, Wut und Traurigkeit sind Emotionen, die auch offen gezeigt werden dürfen!
  • Vermeide es, Gefühle herunterzuspielen. Sätze wie „Dir passiert schon nichts. Stell dich nicht so an“ setzen dein Kind nur unter Druck, weil es mit seinen Gefühlen überfordert ist.
  • Unterstütze dein Kind darin, für sich gewaltlose Strategien zur Emotionsregulation zu finden.
  • Schule die Selbstwahrnehmung deines Kindes, z.B. mithilfe von Büchern, Gefühlsbarometer etc.
  • Sorge dafür, dass dein Kind von Anfang an in Kontakt mit Gleichaltrigen ist. Das ist wichtig, damit es lernt, sich in Andere hineinzuversetzen und es seine Selbstwahrnehmung schulen kann.

Intuition unterstützen und fördern

Kinder bringen das Fühlen, die Intuition mit. Sie sind oft sehr feinfühlig. Sie handeln intuitiv, ohne grübeln und voller spielerischer Leichtigkeit und folgen somit ihrer inneren Stimme. Sie sind noch offen für die geistige Welt jenseits des „Sichtbaren“ und nehmen oft ihre Schutzengel, Verstorbene oder Naturwesen wahr. Mit ihrer unverbogenen, starken Fantasie können sie in Tagträumen oder auch nachts in andere Dimensionen reisen. Das „erahnen“ oder „Gedanken lesen“ ist manchmal selbstverständlich.

Erst durch die Erziehung und Gesellschaft verlernen Kinder allmählich ihr intuitives Fühlen. In der Schule wird die Intuition nicht thematisiert. Es steht die Ausbildung des Verstandes im Mittelpunkt. Umso mehr können Eltern Zeit in diese wichtige Herzensprägung verwenden. Unsere Kinder werden mit dem Vertrauen auf ihre Intuition, ihr Gefühl, auch in der Schule und im späteren Leben um einiges besser mit schwierigen Situationen umgehen können.

Eltern können in offenen Gesprächen ihren Kindern zuhören und sich mit ihnen austauschen. Sie können von ihren eigenen Erfahrungen erzählen. Oder sie setzen sich zusammen und üben gemeinsam das „Fühlen“ – z.B. indem sie gemeinsam in die Stille gehen, um mit ihrer inneren Stimme zu sprechen oder sie zu einem Familienthema zu befragen.  Ein Intuitionstagebuch kann hilfreich sein, die Ideen und Impulse zu notieren.
Mutter und Tochter mit Fernglas lachend im Gespräch an einem Gewässer

 

Selbst Vorbild sein für mentale Stärke

Die beste Art und Weise deinem Kind beizubringen, stark zu sein, ist, es ihm vorzuleben. Medien wie TV, Playstation und Internet stellen dafür keinen Ersatz dar.  Kindern aktiv mentale Stärke zu vermitteln bedeutet: das Positive am Leben herauszustellen; in Alltag und Freizeit gilt es, nach Lösungen statt nach Problemen zu suchen, Stärken zu stärken, Potentiale zu fördern und die Entwicklung von Eigenmotivation, Freude, Selbstvertrauen, Selbstkontrolle und Willensstärke zu ermöglichen.

Deine Katharina Theißig

 

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1 Comment
  • Mirjam Kraft
    Posted at 10:16h, 02 Mai

    Das ist eine wunderbare Seite, auf der viele der Gedanken zusammengefasst sind, die ich im Zusammensein mit meinen Kindern gerne verwirklichen möchte. Nicht, dass es immer klappt, aber immerhin stellen sie das Ziel dar. Danke, Katharina, für diese schöne und berührende Zusammenstellung! Mirjam