Ich liebe dich. Ich liebe mich. In Beziehung zu dir selbst

Ich liebe dich. Ich liebe mich.

Ich liebe dich. Ich liebe mich.

Oh ja – die großen Gefühle wünschen wir uns alle! Zu recht! Denn das macht unser
Menschsein aus. Aber wie kommen wir dahin? Die Grundlage jeder Beziehung zu anderen
ist die Beziehung zu dir selbst. Du hast das schon gehört? Wie gut! Du hast dich mit dir
selbst getroffen – und dann? Bist du mit dir eins geworden? Noch nicht so ganz? Hier sind
ein paar Gedanken, was dich weiterbringen könnte und wie du vorgehen könntest, auf
dem Weg zu dir.

Spieglein, Spieglein an der Wand…

Keine Sorge, du brauchst dich nicht zu fragen, ob du die Schönste im ganzen Land bist.
Das würde dich nämlich keinen Millimeter näher zu dir bringen. Aber kann es sein, dass du
die, die du früh morgens im Spiegel siehst, gar nicht waschen magst und bereit machen
für den neuen Tag? Weil sie im Beruf nicht das zustande bekommt, das du dir
vorgenommen hast. Weil sie zu den Kindern nicht geduldig genug ist. Weil sie sich vom
Stress, der tagtäglich über sie hereinbricht, zu sehr vereinnahmen lässt. Weil Lockerheit
für sie ein Fremdwort geworden ist. Weil sie das wichtige Projekt nicht perfekt abgewickelt
hat. Weil sie, weil sie …

Zieh Bilanz über dein Verhältnis zu dir

Welche Gedanken über dich selbst geistern dir immer wieder durch den Kopf? Verurteilst
du dich regelmäßig? Bist du streng zu dir und gehst du möglicherweise sogar mit Härte
gegen dich selbst vor (Stichwort Auto-Aggression)? Wer hat bei dir das Sagen: Du oder
der innere Ankläger? Oder bist du auch mal gütig zu dir und verzeihst dir die eine oder
andere Unzulänglichkeit? Es könnte auch sein, dass du dich zu sehr von deinen Ängsten
leiten lässt. Sie halten dich ab, intensiv zu leben. Vielleicht verzweifelst du darüber, dass
du dich nirgends wirklich zugehörig fühlst – so kann man sich nicht mögen. Andere
wiederum leiden daran, dass sie zu sprunghaft sind. Sie beginnen ständig alles neu und
bekommen nichts auf die Reihe. Zieh also mal Bilanz: Was an dir magst du, was gar nicht.

Ich kenne mich. Kenn ich mich?

Aus meiner täglichen Praxis kenne ich aber auch das: Menschen haben keine Antwort auf
die Frage, wer sie denn seien und was sie denn ausmache. Begründet liegt diese
Tatsache darin, dass manche von uns viel zu sehr auf die Außenwelt hin orientiert sind.
Alles andere und alle anderen nehmen sie wichtiger als sich selbst. Was passiert dann?
Wir gehen uns selbst verloren! Wir wissen dann nicht, was uns gut tut, was wir brauchen
und was unser Leben tatsächlich reich macht. Wir irren dann orientierungslos durch das
Leben anstatt uns auf das auszurichten, was wir wirklich wollen und brauchen, um die
Kunst des Lebens zu beherrschen. Und bitte bedenke auch das: Wer sich und seine
Schatten nicht kennt – das, was er an sich nicht mag – der projiziert das Schwierige auf
andere! Ein Beispiel: Wenn ich meine Unentschlossenheit unbewusst an mir nicht mag,
rege ich mich über die Unentschlossenheit anderer auf. Ein Schuldverschiebespiel…

Du bist zunächst unschuldig

Welche Gedanken und Gefühle in uns vorherrschen, wie wir empfinden und welchen
Handlungsmustern wir folgen, ist uns zu einem wesentlichen Teil angeboren. Die
Charakter-Struktur, der wir angehören, ist genetisch bedingt. Daher kommt es auch, dass
zwei Kinder gleicher Eltern von Haus aus völlig unterschiedlich „ticken“. Was würdest du
als dein vorrangiges Problem bezeichnen? Leicht aggressiv zu werden, zu stolz zu sein,
zu gern im Mittelpunkt zu stehen, zu neidig zu sein, zum Leben zu distanziert zu sein, zu
viel Angst zu haben, haltlos zu sein, zu machtlüstern oder zu träge zu sein? Denk mal
nach. Sei ruhig ehrlich zu dir und wisse: es ist niemand hiervon ausgenommen. Wir alle
sind zwar Individuen, gehören aber auch einem Typus an.

Du hast Verantwortung. Für dich.

Ich sagte vorhin, zunächst bist du unschuldig. Deine angeborene Problematik muss
nämlich keineswegs ein Leben lang so bleiben, wie sie ist. Es liegt an dir, dich für dich zu
interessieren und dich weiter zu entwickeln. Glaub mir, Veränderung geht! Und sie zahlt
sich aus. Denn immerhin geht es um nicht weniger, als dein Leben und wie du deine Tage
verbringst. Also, sei dir darüber im Klaren: mit jedem Charakter-Typus ist auch eine ganz
spezifische Wertmöglichkeit verbunden, die es sich lohnt zu entwickeln. Jeder, wirklich
jeder hat sie. Worum mag es bei dir gehen? Gelassenheit, Mut, Güte, Wahrhaftigkeit,
Eigenverantwortung? Mit der Weiterentwicklung deiner charaktertypischen Eigenschaften
kommst du echt voran. Sie bringt dir 60 bis 70 % deines Entwicklungspotenzials.

An dieser Stelle empfehle ich Dir ein Buch: Du bist viel mehr, Uwe Böschemeyer. Ich selber
biete dazu auch Seminare an.

Du gehst doch gern auf einen Kaffee, oder?

Ab jetzt geh mindestens einmal im Monat mit dir selbst auf einen Kaffee. Wähle dafür
einen ruhigen Ort, wo du mit dir ungestört bist. Schalt dein Smart-Phone aus, auch deinen
Computer. Räum‘ alles aus deinem Blick, was dich ablenken könnte. Jetzt bist du mal nur
für dich da. Und nun frag dich: Wie geht es mir eigentlich? Wie fühle ich mich? Und bleib
länger bei den jeweiligen Fragen. Stell dir vor, du leuchtest nun all deine Lebensbereiche
aus. Auch die dunklen. Warte auf die innere Stimme, die sich dir offenbart. Bitte vermeide
es, aufsteigende Gedanken und Gefühle gleich zu bewerten. „Was soll das.“ oder „Schon
wieder kommt das …“. Deine Seele möchte sich unzensuriert aussprechen.

Brief an mich - tritt in Beziehung zu dir selbst

Brief an mich – tritt in Beziehung zu dir selbst!

Noch einen Schritt näher zu Dir

kommst du, wenn du mal die Augen schließt und dich in deine Tiefe sinken lässt. Frag dich
jetzt nochmal: „Wie geht es mir?“ und warte auf die Bilder, die sich dir dann zeigen wollen.
Die Bilder, die aus deinem tiefen Inneren kommen, sind die Sprache der Seele. Sie sind
deine innere Realität, die gleichermaßen existiert wie deine äußere. Die beiden gehören
zusammen. Das ist Ganzheit. Das ist dein Leben.

Gezielte Erkundungstouren durch die innere Welt

Mentoren für Wertorientierte Persönlichkeitsbildung, wie ich es bin, reisen mit ihren
Imaginanden gezielt durch die innere Welt – wir nennen das Wertimagination. Dabei
kommen wir uns so nahe, wie es sonst nicht möglich ist. Am Rande des Unbewussten
erfahren wir von uns bislang nicht zugänglichen Gefühlen zu eigenen vergangenen
Schwierigkeiten. Doch dabei bleibt es nicht: Jetzt sind wir in der Lage, das Problematische
zu bearbeiten, endlich wirklich loszulassen und können uns der Gegenwart intensiver
widmen. Die Großartigkeit unserer inneren Welt besteht nicht zuletzt darin, dass uns die
Lösung aktueller Fragen und Probleme schon innewohnt. Wir müssen nicht mehr tun, als
uns dafür zu interessieren!

Lerne jemand Wichtigen kennen!

Deine innere Freundin. Du wirst erstaunt sein. Diese Gestalt symbolisiert dein eigenes
Freundschaftsgefühl dir selbst gegenüber. Sie ist wohlwollend, gütig und verständnisvoll.
Du kannst also gut zu dir sein! Du kannst zu deinen Entscheidungen stehen. Du darfst dir
Fehler und Unzulänglichkeiten verzeihen. Du darfst sein, wer du bist!

Entwickle deine Persönlichkeit

Du wirst ein starkes Leben führen, ein tolles Lebensgefühl haben, wenn du deine wahre
Identität gefunden hast. Du kannst dann authentisch leben. Denn du weißt jetzt: „Die, ja
genau die bin ich!“ Du wirst ein Gefühl der inneren Heimat entwickeln und ein Gefühl des
Angekommenseins. Das macht dich zufrieden und du willst dann nirgendwo anders mehr
hin.
Wer gut bei sich ist, hat es gut! Es ist die beste Voraussetzung, gute Beziehungen zu
anderen Menschen zu führen. Darüber liest du, wenn du magst, im nächsten Monat.

Bis dahin,
deine Andrea Foisner

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