Seifenblase, die ins Meer ragt als Symbol für zerplatzte Illusionen

Gefühlte Weihnachten

Die Sehnsucht unserer Kindheit

Seit unserer Kindheit freuen wir uns auf Weihnachten, das hat schon Tradition.

Denn die Zeit um Weihnachten wird immer als die „besinnliche“ Zeit im Jahr beschrieben und besungen. Die Sehnsucht nach Stille, Gemütlichkeit, gemeinsamem Miteinander-Sein, ist wohl in uns allen.
Wir sehnen uns nach der Wärme, den Düften von Zimt, Nelken, Orangen, Weihrauch, Tannen, Keksen und nach den Winterspaziergängen unserer Kindheit, als es zu Weihnachten noch viel Schnee gab und die Landschaft in ein Märchenbild verwandelte.

Doch wie diese Zeit in Wirklichkeit bei den meisten aussieht, wissen wir. Warum ist die Weihnachtszeit zur stressigsten Zeit im Jahr geworden? Warum erfüllen die meisten Menschen die Erwartungen von den uns vorgegebenen Modellen, der Werbung, der Wirtschaft und letzten Endes auch die Erwartungen unserer Liebsten.

Es gehört viel Mut und (Selbst-)Bewusst-Sein dazu, gegen den Strom zu schwimmen.

 

Die Erwartungen an andere

Und wir erwarten „von anderen“ dass sie uns das geben, was wir vermissen, nämlich Zuwendung, Liebe, Aufmerksamkeit und dass sie auf unsere Bedürfnisse eingehen. Doch viele sind ausgelaugt. Ausgebrannt nach den überaus anstrengenden Wochen vor Weihnachten sehnen sie sich nach nichts anderem als Ruhe!

„Leere“ Menschen haben nichts mehr zu geben, sie haben selber nichts und erwarten von anderen, dass sie etwas von denen bekommen! Doch auch die sind meistens „leer“.

Aber die Weihnachtsfeiertage sind meist schon lange im Voraus verplant mit Verpflichtungen. Es ist also kein Wunder, wenn Menschen nichts mehr zu geben haben, außer Geschenke, die sie im stressigen Weihnachtsgeschäft kaufen müssen, weil sich das die Lieben erwarten und weil sie auch  selber durch das Schenken geliebt werden wollen.

Wir setzen Geschenke gleich mit Anerkennung, Wertschätzung und Liebe. Wenn wir diese sonst nicht bekommen, dann doch wenigstens ein passendes Geschenk, das der Schenkende selbstverständlich erraten soll und uns dadurch auch noch eine Überraschung bescheren soll. Doch auch hier ist ein Konflikt und eine Frustration oft schon vorprogrammiert. Denn wie soll der Schenkende wissen, welche Wünsche und Träume wir haben, wenn wir uns das ganze Jahr selten sehen und auch gar nicht darüber sprechen konnten?

 

Die Erwartungen an Weihnachten

An Weihnachten hat jeder so seine persönlichen Erwartungen: wo wird gefeiert, mit wem möchte ich feiern, was gibt es zu Essen, wie dekoriere ich die Wohnung, was ziehe ich an?… usw.

Es soll alles perfekt sein, an diesen Tagen.

Werden die Erwartungen nicht einigermaßen erfüllt, dann sinkt die Stimmung in der Sekunde und es ist nur mehr ein gespieltes Miteinander, darunter brodelt es. Und oft bedarf es nur mehr eines Funkens, bis etwas explodiert, unkontrolliert zum Ausdruck kommt, jemand seelisch oder körperlich verletzt wird.

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Der Schmerz ist da

Das ist die Zeit der „Familiendramen“.

Immer, wenn wir Erwartungen an andere haben, dann wollen wir einen Schmerz in uns nicht spüren.

Meistens sind das Gefühle von „Ich werde nicht geliebt“- „meine Leistungen werden nicht geschätzt“-  „ich bin es nicht wert…“ – „ich bin unzulänglich“ usw.

In Familien gibt es oft ungelöste Konflikte und  Benachteiligungen schon seit der Kindheit: Erbschaftszwistigkeiten, Neid und Missgunst, wenn Verwandte von  irgendetwas „mehr“ haben, als man selbst. Eifersüchteleien, „ich war/bin ja nie das Lieblingskind unserer Eltern gewesen!“ Ausgrenzungen „ ich fühle, dass ich da nicht dazugehöre, weil ich anders bin.“ Konkurrenzdenken: „wir zeigen, dass wir unser Fest besser ausrichten, als…“ usw.

Das sind oft tief unten gehaltene Emotionen, die während unserer beschäftigten Zeit nicht gefühlt werden.

Nun in der „Stillen Zeit“, wo Ablenkung nicht so funktioniert, werden wir mit unseren Gefühlen konfrontiert und sie wollen gefühlt werden. Viele Menschen hassen regelrecht Weihnachten, weil sie diese ihnen innewohnenden Gefühle nicht aushalten wollen und können. Gerade Menschen, die in dieser Zeit alleine sind, halten diese Gefühlsintensität oft nicht aus – das geht bis zu Depressionen!

 

Vielleicht geht es auch ganz anders?

Keine oder kleine Geschenke bis zu einen Wert von EUR 20,00 schenken (kann man mit der Familie vereinbaren) – außer Geschenke für Kinder!

Die meisten Leute haben doch eh alles! – Lieber Leuten geben, die wenig haben.

Bei Einladungen keine perfekten Familiendinners organisieren, lieber gemütlich zusammensitzen und einfaches Essen servieren oder jeder soll etwas zum Essen und Trinken mitbringen.

Wichtig ist doch das liebevolle Miteinander, keine Perfektion, kein Konkurrenzdenken, keine Vergleiche mit anderen. Den anderen in seiner Art einfach einmal nur annehmen und respektieren. Dieser Mensch hat einfach einen anderen Lebensentwurf als du. Niemand kann so sein wie du- es gibt keine zwei gleichen Menschen auf der Erde!

Ich kann sehr gut in den persönlichen Horoskopen von Menschen sehen, dass einfach jeder die Welt mit „seiner Brille“ wahrnimmt, auch wenn er von den gleichen Eltern stammt!

Dabei geht es in keinster Weise um Sternzeichen-Deuterei! Das ist Unterhaltung und kein astrologisches Wissen!

Wie wichtig wäre es, wenn jeder sich selbst besser kennenlernen würde, sich seiner Art, seiner Fähigkeiten, seinem Potential bewusst wäre und mit sich selbst im Reinen, in Frieden und in seiner Liebe sein könnte. Erst dann kann er auch andere lieben und schätzen! Es gäbe weniger Konflikte in der Familie, am Arbeitsplatz, letztendlich weniger Kriege in der Welt!

Einen Versuch wäre es doch Wert!

FRIEDLICHE WEIHNACHTEN – MACH DU DARAUS EIN FEST DEINER LIEBE!

Deine Brigitte Mader

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