Glückliches Paar - Baum mit Herzblätterdach im Sonnenuntergang

Wahrscheinlich ist es der Traum im Leben, der uns Frauen eint: Nämlich, den Traum-
Mann zu finden. Nichts anderes ist uns so wichtig wie das. Nicht das Penthouse, nicht die Suite im Fairmont Hotel in San Francisco, nicht das heiße Cabrio und schon gar nicht die High Heels von Manolo Blahnik. Nein, es geht um ihn! Unseren Märchenprinzen!

Beziehung stiftet Sinn

Darum ist dieser Wunsch auch so nachvollziehbar. Menschen sind nicht als Egozentriker und Einzelgänger geboren. Menschen teilen gern. Das geht am besten durch Beziehungen. Wenn geteiltes Leid halbes Leid ist, dann ist geteilte Freude doppelte Freude. Je näher uns ein Mensch steht, desto mehr können wir uns ihm öffnen, desto mehr geben wir von uns preis, desto mehr gewinnen wir Vertrauen, desto besser fühlen wir uns aufgehoben, desto mehr dürfen wir der Mensch sein, der wir nunmal sind. Und danach ist unsere Sehnsucht groß- sein zu dürfen, wie wir sind.

Die dauerhaft erfüllende Beziehung – eine Herausforderung

Nehmen wir also an, wir haben Mr. Right gefunden. Na klar, am Anfang läuft es richtig toll. Die Glückshormone durchfluten unseren Körper, wir schweben auf Wolke sieben und am liebsten möchten wir die ganze Welt umarmen. (Wir gehen jetzt mal davon aus, dass der Mann für uns frei ist und ihm seine Ex nicht das Leben zur Hölle macht. Wir gehen auch davon aus, dass der Auserwählte weiß, was er will: nämlich uns.) Wir wünschen uns, dieser Zustand möge sich niemals ändern. Doch allmählich kommt es anders. Je mehr die Masken fallen, je mehr jeder sein eigentliches Verhalten zum Vorschein kommen lässt, desto mehr Sprünge bekommt die rosarote Brille, die wir im ersten Jahr unbewusst getragen haben. Lasst es uns offen ansprechen: die ungenierten Pfurze finden mehr und mehr in unserer Gegenwart den Weg aus dem Gedärm, aus frischer Unterhaltung wird angespanntes Schweigen, dutzende Fußballspiele im Fernsehen sind attraktiver für ihn wie der gemeinsame Kinobesuch und während wir vom Urlaub im hippen Saint Tropez träumen, sehnt er sich nach der Ruhe auf dem nahegelegenen Schlenken.

Unterschiedlichkeit erkennen

Oha – jetzt sind wir gefragt! Wir müssen nun sehr aufmerksam werden, was da abläuft, ehe das junge Pflänzchen beginnt, zu vertrocknen. Beziehungskompetenz beginnt nämlich genau jetzt! Wir müssen wissen, wer unser Partner ist. Damit meine ich 2 wesentliche Faktoren: seine Lebensgeschichte und sein angeborener Charaktertypus. Alles, was dein Mann an Schwierigem erlebt hat, egal ob mit seinen Eltern oder früheren Beziehungen, wird sich auf eure Beziehung auswirken, speziell dann, wenn diese Themen nicht ausreichend bearbeitet wurden. (Nicht psychotherapeutisch, denn das ist ja keine Krankheit, sondern durch ganzheitliche persönlichkeitsbildende Arbeit).

Seine individuelle Lebensgeschichte

Hier ein Beispiel: Angenommen, du fragst deinen Geliebten, ob es nicht einfacher wäre, wenn er zuerst nach B und später nach A fahren würde. Jetzt rastet er aus! Ob du denn denkst, er wäre ein Idiot, unfähig zur Planung, und so weiter… Verständlicherweise bist du wie vom Blitz getroffen und weißt gar nicht, wie dir geschieht. Hier handelt es sich um eine Übertragung. Die Rebellion gegen die früheren Bevormundungen der Mutter trifft nun dich.

Seine Brille, meine Brille

Oder aber, ihr habt – was sehr wahrscheinlich ist – einen unterschiedlichen Charaktertypus. Er lebt gern zurückgezogen, braucht die Stille, ist genügsam und ist mit sich und der Natur zufrieden (der Ursprüngliche). Wenn du nun jemand bist, der es liebt unter Menschen zu sein und die Gemeinschaft dein ein und alles ist (die Loyale), gibt es Konflikte. Wenn dein Märchenprinz ein sehr genauer, ungeduldiger und kritischer Mensch ist, der sich seinem Fachgebiet mit großer Leidenschaft widmet und damit die Welt verbessern möchte (ein Reformer) und du eine Frau bist, die selbst voll anpackt, Kraft hat, wie ein Stier, die sagt, wo es lang geht und das dominant und kompromisslos (eine Starke), wird das zunächst schwierig. Ich muss das aber wissen! Denn mit jedem Typus ist ein spezielles Denken, Fühlen, Empfinden und Handeln verbunden. Das muss ich kennen. Denn dann verstehe ich mein Gegenüber auch!

Unterschiedlichkeit annehmen

Bitte vergiss nicht, dass auch du deine dich prägende Lebensgeschichte hast und auch du einem bestimmten Charaktertypus angehörst! Auch du hast dein eigenes Muster, wie du die Welt siehst, über andere denkst und dich in bestimmten Situationen verhältst. Bist du bereit, deinen Mann in seinen Eigenheiten zu verstehen und anzunehmen? Kannst du ja sagen zu ihm und seinen (befremdlichen) Reaktionen? Reicht deine Liebe nun aus, um erneut das konstruktive Gespräch zu suchen? Eine dauerhaft gute Beziehung zu führen, ist eine Herausforderung. Das geht in den seltensten Fällen easy-cheasy. Und doch gibt es förderliche Haltungen.

Jeder Mensch ist ein Mysterium.

Diesem Mysterium sollte ich mit einer großen Portion Neugierde und Offenheit, Respekt, Toleranz und Interesse begegnen. Was sagt er da? Was meint er damit? Was steckt dahinter? Welche Bedürfnisse hat er? Was sagt er vor allem nicht? Was tut ihm weh? Nimm dir Zeit für ihn. Hör genau hin, was er sagt. Wenn du dir nicht sicher bist, frag nach. Sei mutig und fürchte dich nicht. Erforsche den Kern eures Problems – worum geht es jetzt genau? Unterschiedliche Lebensauffassungen, unterschiedliche Erwartungen, unterschiedliche Vorstellungen, unterschiedlichen Lebensstil?

Darüber sollten wir reden.

Na klar. Oft wollen wir uns dem Konflikt nicht aussetzen. Ein anderes Mal hoffen wir, dass sich schon von allein alles wieder einrenkt. Wir haben Angst vor unüberwindlichen Gräben und fürchten eine sich anbahnende Trennung. Darum sind wir froh, wenn wir nicht zur Aussprache herausgefordert werden. Oder aber, wir beklagen immer und immer wieder dasselbe, ohne zu einer Lösung zu kommen. Wir fühlen uns manchmal als arme Opfer gefühlskalter Männer. Sorry, Girls, so läuft es nicht. Die schwierigen Dinge müssen auf den Tisch! Ihr glaubt ja nicht wirklich, dass der Staub nicht unter dem Teppich ist, weil ihr ihn nicht aufhebt, oder? Also: fasst euch ein Herz und vereinbart einen guten Zeitpunkt für das Gespräch, nehmt euch Zeit, sprecht kultiviert, werdet nicht laut, achtet auf Augenhöhe,statt zu beschuldigen (immer sagst du, …) nehmt die Ich-Form (ich fühle mich dann …).Vielleicht hilft euch ein Perspektivenwechsel während des Gesprächs: Wechselt daher mal die Stühle und versucht, von dieser Seite aus das Problem zu sehen. Und wenn ihr die Lösung habt, freut euch darüber!

Das Gelingende im Mittelpunkt

Achten wir darauf, worauf wir den Blick hauptsächlich richten, wenn wir auf unsere Partnerschaft schauen. Auf das Problematische oder auf das Gute? Was stellst du in den Mittelpunkt eures gemeinsamen Erlebens? Eure Träume, die sich immer wieder verwirklichen lassen oder eure Reibereien? Siehst du die Liebenswürdigkeit deines Mannes oder fixierst du dich auf seine problematische Eigenschaft? Du willst sein dürfen, wie du bist. Darf er es auch? Du willst dich weiterentwickeln. Darf er es auch? Du willst deinen Freiraum. Gönnst du ihm seinen auch?

Lernen, zu verzeihen

Wenn die Augenhöhe mal verloren geht, und er in seinem Ärger verletzende Aussagen vom Stapel lässt, atme zuerst mal durch und schlag nicht gleich zurück. Mach ihn später in Ruhe darauf aufmerksam, dass du das nicht in Ordnung gefunden hast. Aber übe dich auch im Verzeihen. Leg nicht jedes Wort auf die Waagschale und blicke auch mal großzügig über die eine oder andere Unfreundlichkeit hinweg. Das befreit dich und euch. Und es zeugt von Weitblick: Denn wer verzeihen kann ist sich bewusst, dass auch ihm selber der eine oder andere Fehler unterlaufen könnte.

Es ist nicht selbstverständlich,

dass uns dieser Partner auf unserem Weg mitgegeben ist, meint der bekannte Theologe Jörg Zink (Ufergedanken). Daher sollten wir jeden Tag seine Nähe als gnadenhaftes Geschenk empfinden und dafür dankbar sein, dass es ihn gibt. Und zum Schluss noch ein Wort an alle Singles, die sich einen Partner wünschen: Mädels, lasst die Sehnsucht nach eurem Märchenprinzen weiterhin zu, aber fixiert euch nicht. Nutzt die Zeit, um Vergangenes zu verarbeiten, euch persönlich weiterzuentwickeln und seid vor allem stolz darauf, dass ihr das Leben derzeit allein so toll meistert! Vergegenwärtigt euch immer wieder, dass das Leben sehr viel Schönes bietet – sucht es auch! Ach ja und streichelt euer Herz, damit ihr es eines Tages wieder verschenken könnt.

Eure

Andrea Foisner

www.wert-und-sinn.at

 

1 Comment
  1. Katharina Theißig 2 Jahren ago

    Ein Blogbeitrag mit viel Wahrheit – ich kann alles unterstreichen. Einen wirklich zu einem selbst passenden Partner zu finden und mit ihm eine funktionierende Beziehung zu führen ist für mich die Lebensherausforderung schlechthin. Heutzutage ist es soo schwer, den Einen überhaupt erstmal zu finden (unter den vielen Fröschen) und ihn dann auch noch dauerhaft halten zu können und beiderseits glücklich zu sein mit dem, was man gemeinsam hat. Die Verlockungen sind enorm groß – beiderseits. Ebenso wie der Drang nach Selbstverwirklichung und Freiheit. Die Balance zu finden und auf dem gemeinsamen Weg zu bleiben, erfordert verdammt viel Geduld und Spucke 🙂 Irgendwer Schlaues hat mal gesagt: Beziehungen/Ehen sind nix für Weicheier – genauso ist es!

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