Sonnenblumenknospe - Doula Julia Kübler

Die Doula

 

Auf die Frage, was ich denn beruflich mache, antworte ich, kurz und prägnant: Ich bin eine Doula. Fragende Blicke, gerunzelte Stirnen, offene Münder – gut,  ich muss es wieder erklären: Eine Doula ist eine geburtserfahrene Frau, die andere Frauen bzw. Paare vor, bei und nach der Geburt emotional und praktisch unterstützt.

 

„Es ist nicht egal, wie wir geboren werden.“ (Michel Odent)

Und es ist nicht egal, wie wir gebären! Davon bin ich felsenfest überzeugt und genau aus diesem Grund möchte ich hier und jetzt über die Arbeit der Doulas schreiben – es in die virtuelle Welt hinausschreien und so versuchen, den Bekanntheitsgrad in ungeahnte Höhen hochschnellen zu lassen.

Doula? Was heißt das?

Doula-Geburtsbegleitung Salzburg Julia Kübler LogoDer Begriff Doula kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet „Dienerin der Frau“. Und genau die fand man in früheren Zeiten und auch heute in anderen Kulturkreisen ganz selbstverständlich an der Seite einer Gebärenden. Eine vertraute, selbst geburtserfahrene Frau – die Mutter, eine weibliche Verwandte oder enge Freundin.

Was wie eine moderne Bewegung klingt, ist in Wirklichkeit viele hundert Jahre alt. Die Funktion der Doula ist bei uns leider in Vergessenheit geraten und wartet jetzt darauf, wieder neu entdeckt zu werden.

Eine Doula begleitet sowohl im Kranken- oder Geburtshaus, als auch bei einer Hausgeburt. Eine Doula begleitet Eltern während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett.

Doula? Was macht die?

Prinzipiell einmal, bin ich als Doula einfach nur da. Sollte also eigentlich Bela statt Doula heißen ;-). Ich stehe der schwangeren Frau mit Rat und Tat zur Seite, begleite eventuell zu Vorsorgeuntersuchungen und unterstütze bei der Auswahl des Geburtsortes. Das Besprechen der eigenen Bedürfnisse und Vorstellungen schafft Klarheit über die Rahmenbedingungen, die frau sich für die Geburt schaffen will und kann (Geburtswunschliste).

Ich bilde eine emotionale Stütze während des Geburtsprozesses und achte darauf, dass die Bedürfnisse der Gebärenden bestmöglich erfüllt werden und halte ihren geschützten Raum damit sie sich sicher fühlt und so vorbehaltlos öffnen kann. Ich atme, töne und lache mit ihr. Ich halte ihre Hand, massiere, tröste, verstehe und bestärke sie oder halte mich einfach im Hintergrund bereit, je nachdem was sich gerade zeigt.

Wenn nötig unterstütze und entlaste ich den werdenden Papa und versorge beide mit Essen und Trinken. Für das „neue“ Leben mit dem Nachwuchs gebe ich Tipps und wenn notwendig schwinge ich auch mal den Staubsauger, hänge Wäsche auf, übernehme den Einkauf und koche eine wunderbar nahrhafte Mahlzeit für die jungen Eltern, damit sich die Mami voll und ganz auf ihr Neugeborenes und ihre eigene Regeneration konzentrieren kann.

Ich verfasse einen Geburtsbericht aus meiner Sicht für die Familie und helfe so bei der Reflexion und Aufarbeitung des Geburtserlebnisses.

Und was macht sie nicht?

Diese Frage zu erläutern scheint mir besonders wichtig, da sie eng verbunden ist mit der „doulaablehnenden“ Einstellung mancher Hebammen und Ärzte. Ich führe keinerlei medizinische Tätigkeiten oder Beratungen durch, weil ich dafür schlichtweg nicht ausgebildet bin. Deshalb ersetze ich als Doula auch in keinster Weise die Begleitung durch eine Hebamme.

Idealerweise schaffe ich durch meine Anwesenheit eine wertvolle Ergänzung der Betreuung des medizinischen Personals. Sollte die Hebamme vorher nicht bekannt sein, ein Schichtwechsel während der Geburt notwendig sein, die Hebamme mehrere Frauen gleichzeitig betreuen müssen oder wichtigen Dokumentationsarbeiten nachgehen müssen, ist es wunderbar, eine geburtserfahrene Vertraute durchgehend unterstützend an seiner Seite zu haben.

Doula? Was bringt das wirklich?

Schwangerschaftsbauch - DoulaIch möchte dich an dieser Stelle keinesfalls mit trockenen Prozentangaben langweilen, die kannst du bei Bedarf jederzeit bei mir erfragen. Mehrere Studien haben jedoch folgende positive Auswirkungen der Begleitung durch eine Doula bei der Geburt gezeigt:

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• eine verkürzte Wehenzeit
• die Kaiserschnittrate und die Notwendigkeit geburtshilflicher Interventionen sinkt drastisch
• der Bedarf an schmerzstillenden Medikamenten ist geringer
• das Stillen klappt besser
• die Mutter, der Vater und das Baby sind entspannter und zufriedener

Doula? Wer wünscht sich eine?

• Erstgebärende, die noch nicht wissen, was sie erwartet
• Frauen, die Angst vor der Geburt haben und sich alleine und hilflos fühlen
• Frauen, mit vorangegangenen traumatischen Geburtserlebnissen
• Frauen, die sich bei ihrer ersten Geburt nicht ausreichend umsorgt gefühlt haben
• Mehrgebärende, die jemanden für ihre älteren Kinder brauchen
• alleinstehende, werdende Mütter
• Frauen aus einem anderen Kulturkreis
• Frauen mit körperlichen und/oder geistigen Handicaps
• Frauen, die ein Kind verlieren
• Frauen, die eine Fehlgeburt erlebt haben und erneut schwanger sind
• Frauen, die sich rund um die Geburt in Extremsituationen befinden
• Frauen mit einem Frühchen
• Frauen mit Mehrlingsgeburten
• sehr junge Frauen

Wer kann eine Doula werden?

So, jetzt bin ich durch mit meinem „Frage und Antwort – Spiel“ und hoffe total, dass ich dir einen kleinen, aber übersichtlichen Einblick ins Doulaversum verschaffen konnte. Ganz kurz möchte ich noch ansprechen, dass im Prinzip jeder als Doula tätig sein kann – ja, wenn ich jeder sage, dann meine ich auch jeder – ich habe sogar schon von einer männlichen Doula gehört!!!

Doulas in Austria – Verein DiA

In Österreich ist diese Berufsgruppe in Form eines Vereins organisiert – Doulas in Austria, kurz DiA genannt. Unter www.doula.at kannst du bei Bedarf noch mal in Ruhe nachlesen und auch gleich eine Doula in deiner Nähe finden.

Aus- und Fortbildung

Eine DiA-Doula muss eine umfangreiche, zertifizierte Ausbildung abgeschlossen haben und  laufend Fortbildungen besuchen, um den Professionalisierungsgrad zu erhöhen und gleichbleibende Betreuungsqualität zu gewährleisten. Darauf würde ich also neben Sympathie und stimmiger zwischenmenschlicher Schwingung bei der Wahl der richtigen Doula achten.

Reden wir drüber!

Da mich deine Meinung zu „mothering the mother“, wie unsere englischsprachigen Kolleginnen ihre Arbeit gerne beschreiben, brennend interessiert, freue ich mich über jeden Kommentar und stelle mich gerne Diskussionen zum Thema.

Versichern kann ich dir, dass es im nächsten Monat mit einem fesselnden Thema rund um das Wunder Geburt weitergeht.

Julia Kübler

1 Comment
  1. Helga 6 Monaten ago

    Liebe Doula.liebe Julia! Ich bin begeistert von deiner Arbeit, bzw. deiner Infoseite! Leider habe ich dich bei der Geburt unserer 3 Töchter noch nicht gekannt. ;-( Schade. Es ist einiges nicht so gelaufen, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich wär sicherlich auf dein Angebot zugekommen! Einfach genial!
    Ich hoffe du kannst vielen zukünftigen (oder bereits gebärenden Frauen) Müttern helfen und deine Tipps weitergeben! Alles Gute! Auf das dein Unternehmen ein wunderbarer Erfolg wird, zugunsten aller Mütter und Frauen, wünscht dir von Herzen Helga 😉

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