Einige Gedanken zum Thema „Heilung“

Zu Beginn ein Zitat, gefunden im weisen Internet:

„Heilung bedeutet nicht, dass die Verletzung nicht mehr existiert, Heilung bedeutet, dass die Verletzung das Leben nicht mehr kontrolliert.“

Heilung vs. Reparieren

Im schamanischen Weltbild kann trotz Weiterbestehen der Symptome Heilung geschehen. Ein Mensch kann geheilt an Krebs sterben.

Für diese Definition von Heilsein ist ein Indikator, wie wohl der Mensch sich mit sich selber fühlt. Ein anderer wie „berührbar“ ein Mensch ist, wie sehr jemand die Welt über den Körper wahrnimmt. Auch die Präsenz im Hier und Jetzt ist ein guter Anzeiger für das Heilsein.

Ich stelle der Heilung das „Reparieren“ gegenüber. Da steht zu Beginn ein Symptom, welches eine Diagnose bekommt, und zur Ursache zurückverfolgt wird. Eine Kausalkette. Diese Abfolge von Geschehnissen wird dann abgearbeitet.

Zum Beispiel in der Körperarbeit: Es kommt jemand mit Nackenschmerzen, dann wird nicht am Nacken gearbeitet, sondern man fragt: Woher kommt der Schmerz im Nacken? Ah, von Verspannungen. Woher kommen die Verspannungen? Von einer Fehlhaltung, die wiederum von einem schiefen Becken, das von einem gekippten Knie etc.

Das „Problem“ wird in der Zeit zurückverfolgt, eine Perlenkette der Kausalitäten. Und dann wird daran gearbeitet, A, B, C… eine Ursache/Wirkungs-Behandlung. Aber die Grundursache kann nie mit absoluter Klarheit definiert werden, wie der Urknall, es gibt immer die Frage: Und davor? Und irgendwann gibt es keine Antwort mehr. Die Antwort ist verloren gegangen in der Zeit. Kausalität kann nur in der linearen Zeit geschehen. Eines nach dem Anderen, eines führt zum Anderen.

Zum Beispiel ist es doch logisch, wenn eine Frau einen sexuellen Übergriff erfahren hat, dass sie dann Schwierigkeiten mit Sexualität hat.

Oder wenn jemand Verrat erfahren hat, wird das Vertrauen schwieriger.

Austrittskarte aus der linearen Zeit

Um vom „Reparieren“ (welches als Akutmaßnahme sehr wohl Berechtigung hat!) zu Heilung zu gelangen, gilt es, die Kausalitätenkette zu durchbrechen, und das gelingt, indem man aus der linearen Zeit aussteigt. Ohne lineare Zeit, keine „logische“ Abfolge von Geschehnissen. Dieses Aussteigen aus der linearen Zeit ist recht unspektakulär, es sind die Momente, in denen der Verlauf der Zeit nicht wahrgenommen wird. Das sind die Momente, in denen man sich im „Sinnes-Geschehen“ auflöst.

Meine Austrittskarte aus der Zeit ist die Massage. Über die Berührung des Körpers erfährt der Mensch Wohlgefühl, Geborgenheit, und Sinnlichkeit, was zu Vertrauen und in weiterer Folge zu Entspannung führt. Und im entspannten Zustand öffnet sich die Tür der Zeit. In diesen Momenten, Zuständen, kann ein Erinnern an die ursprüngliche Blaupause passieren, ein „Unfucking myself“, eine Verbindung mit meinem höheren Selbst, ein Restrukturieren, ein Wieder-Ordnen.

Das ist im Moment nach der Behandlung sofort erfahrbar, durch Langsamkeit, Orientierungslosigkeit (der „alten“ Ausrichtung/Orientierung wurde ja die Möglichkeit des Verschiebens, Vergessens gegeben) Wohlgefühl, eine tiefe Offenheit, Weichheit etc.

Die langfristigen Veränderungen sind oft erst, nachdem sie gut implementiert wurden, aus einer gewissen Distanz wahrzunehmen. Um diese Veränderungen zu bemerken, bedarf es auch eines bestimmten Maßes an Bewusstheit und Evaluierung.

No more Hollywood

Wichtig erscheint mir auch ein Entmystifizieren von „Heilung“, von geheilt sein (no more Hollywood!!).

Auch ein bewusstes und dankbares im Jetzt verankert sein, ist hilfreich.

Als Massagetherapeutin kann ich nur Umstände schaffen, die es dem Menschen leichter machen, durch diese Türe der Zeit zu gehen. Was auf der anderen Seite geschieht und welche Veränderungen daraus entstehen, hängt nicht von mir ab. Bei einer Massage sind immer zwei Menschen anwesend, die Masseurin und die/der Massierte. Jede/r hat ihre/seine Aufgabe und beide tragen zur Qualität der Massage bei.

Jede Massage in einem guten Setting ist auch für mich als Massierende eine Zeitreise, ein Fallen in das Wahrnehmen. Ich werde durchströmt, komme ins Schwingen, ich sehe. Massieren ist eine Tätigkeit der Liebe und des offenen Herzens, ohne Bewertung. Ich kommuniziere über den Körper mit der Seele. Massieren ist Anmut, Meditation und Hingebung.

Auf der Erde leben wir in der unendlichen Zeit, Spirit/Göttin/die Quelle existiert in der Zeitlosigkeit.

Alexandra Krismayr

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