Haustier Hund

Hunde als Haustiere sind sehr beliebt. Sie sind nicht nur Haustiere – sie sind bester Freund, Begleiter und Familienmitglied. Kein Wunder also, dass sich viele Menschen nach einem Hund im Haushalt sehnen.

Bevor man sich allerdings das neue Familienmitglied ins Haus holt, sollte man sich über einige Dinge Gedanken machen.

Kann ich dem Hund bieten, was er braucht?

Ein Hund braucht nicht nur sein Futter regelmäßig und ein paar Mal am Tag die Gelegenheit, sich draußen zu erleichtern. Es gehört noch viel mehr dazu. Hunde brauchen Regeln, eine Bezugsperson, Struktur, Beschäftigung, Ruhe usw.

„Aber der ist sooo süß“

Man sollte seinem Hund gleich von Welpenalter die Regeln erklären. Anfangs ist man gerne dazu geneigt etwas milder zu sein, weil der Welpe noch „so süß“ ist. Für den Hund ist es aber schwieriger zu verstehen, warum er auf einmal, wenn er größer ist, Dinge nicht mehr darf, die er als kleiner Welpe durfte, als Regeln zu akzeptieren, die von Anfang an gelten.

Bezugsperson

Hunde brauchen ihre Bezugsperson. Es gehören zwar alle Mitglieder im Haushalt zum Familienverband, aber zu einer Person ist die Beziehung meist etwas inniger. Gerade Welpen haben noch ein großes Bedürfnis, in unserer Nähe zu sein. Klar – im Rudel wären sie ja auch noch bei Geschwistern und ihrer Mutter.

Menschen können keinen Hundekontakt ersetzen

Genauso wichtig wie die Bezugsperson, sind Hundefreunde. Auch unser Liebling braucht einen „besten Freund“ mit dem er sich austauschen und Zeit verbringen kann. Hierbei ist es wichtig, dass es Hundebekanntschaften gibt, die wirklich regelmäßig gepflegt werden. Denn auch bei Hunden entscheidet die Sympathie darüber, ob die Zeit mit dem jeweils anderen als positiv empfunden wird. Wir würden ja auch nicht sofort mit jedem Menschen auf einen Kaffee gehen und uns ungezwungen unterhalten. 😉

Rituale im Alltag

Welche Rituale im Alltag eingeführt werden, kann jeder für sich selbst entscheiden. Gewisse Dinge bieten sich an: schlafen nach dem Fressen (bei größeren Hunden wegen der Gefahr der Magendrehung unbedingt zu empfehlen), spazieren gehen nach dem Aufstehen, Knochen geben vor dem außer Haus gehen usw. Viele Rituale ergeben sich ganz von selbst.

Hunde und Struktur

Hunde lieben Struktur und Routine im Alltag. Das gibt ihnen Sicherheit. Sie wissen dadurch genau, was kommen wird und können sich gut darauf einstellen. Natürlich ist es nicht immer möglich, jeden Tag wie den anderen zu planen – das ist auch nicht nötig. Allerdings können bestimmte Rituale helfen, seinem Hund nach einer stressigen Situation oder einem aufregenden Tag wieder Ruhe und Sicherheit zu vermitteln und ihm verständlich zu machen, dass es nun wieder in den gewöhnten Alltag über geht.

Beschäftigung ist wichtig – Qualität über Quantität

Hunde brauchen natürlich auch Beschäftigung – den ganzen Tag nur schlafen wird irgendwann langweilig. Wichtig ist natürlich die körperliche Betätigung durch Spaziergänge, aber auch der Kopf möchte ausgelastet werden. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten: Futter suchen im Garten, Spazierwege auch mal ändern, auf Waldwegen gehen, wo es viele verschiedene Gerüche gibt usw. Zu diesem Thema habe ich auch schon einen eigenen Artikel geschrieben!

Nicht überall dabei, aber auch nicht zu lange allein

Auch wenn unsere Hunde gerne an unserer Seite sind und uns überall mit hin begleiten würden, ist es manchmal besser, sie Zuhause zu lassen. Ich wäge für mich immer ab, ob mein Hund wirklich Spaß an der bevorstehenden Situation hätte (bsp. Einkaufen oder Kirtag usw.) oder ob es nicht besser ist, wenn die Fellnase Zuhause bleibt und schläft – wie schon erwähnt – 18 Stunden Schlaf und Ruhe pro Tag. 😉

Andererseits ist es auch wichtig, den Hund nicht zu lange am Stück alleine zu lassen. Als absolute Obergrenze gelten für mich 5-6 Stunden. Das heißt als berufstätiger Mensch ist zu überlegen, wie es sich organisieren lässt, dass dieser Zeitraum nicht überschritten wird. Alles darunter ist natürlich zu begrüßen.

Ruhe

Hunde brauchen ca. 18 Stunden Schlaf und Ruhe pro Tag! Das ist ein sehr wichtiger Faktor, der bei der Anschaffung eines Vierbeiners unbedingt beachtet werden muss. Hunde, die zu wenig Schlaf und Ruhe bekommen, können in einen Zustand von Dauerstress verfallen. Stress macht nicht nur einen unruhigen und nervösen Hund, sondern kann auch krank machen. Gerade bei Welpen ist darauf zu achten, dass die Ruhe- und Schlafphasen wirklich eingehalten werden. Denn kleine Hunde möchten gerne überall dabei sein, solange sich was tut. Daher empfehle ich Welpen auch wirklich schlafen zu legen, wie kleine Kinder. Im Schlaf werden dann die Erlebnisse verarbeitet und Stress abgebaut.

Hund haben, heißt Verantwortung tragen

Natürlich ist es wunderschön, mit einem Hund sein Leben zu verbringen und als Besitzer bekommt man bedingungslose Liebe und viele viele wunderbare Momente. Was man darüber aber gerne vergisst, ist, dass man dafür seinem Hund auch in schweren Seiten zur Seite stehen muss. Wenn er krank ist, müssen wir ihn pflegen und wenn die Zeit gekommen ist, müssen wir ihn gehen lassen. Da Hunde leider nicht immer einfach einschlafen und sterben, heißt das für uns als Halter, dass wir ihn einschläfern lassen müssen. Aber auch das gehört dazu. Und in diesem schweren Moment ist es für mich selbstverständlich, dass ich meinen Hund begleite und ihm Gesellschaft leiste. Das ist sehr hart, aber das Mindeste, was ich zurückgeben kann.

Ein Hund verursacht auch Kosten!

Auch an die Kosten sollte gedacht werden. Es kommen nicht nur die Kosten für Futter auf einen zu, sondern auch für Utensilien, Spielzeug, medizinische Eingriffe (zb. Kastration, wenn gewünscht), medizinische Versorgung (wenn der Hund mal krank ist), medizinische Vorsorge (zb. Entwurmung) und eventuell Taining, Versorgung im Urlaub usw.

Auch die Rasse soll gut überlegt sein!

Im Vorfeld sollte sich jeder Hundehalter in spe überlegen, wie sein Leben aussieht und wofür der Hund geeignet sein soll. Wenn es zum Beispiel ein ruhiger Familienhund sein soll, ist ein Jagdhund oder Schlittenhund eher nicht zu empfehlen. Dagegen wird ein Jäger, der seinen Hund mit auf die Jagd nehmen möchte, eher keinen Pudel wollen. 😉 Um die richtige Rasse für sich zu finden, kann man sich natürlich einerseits im Internet über die verschiedenen Rassen und Eigenschaften informieren, andererseits sollte man bei Unsicherheit auch die Unterstützung eines Trainers oder Züchters suchen. Jeder Trainer ist froh, wenn er schon im Vorfeld zu einem späteren harmonischen Zusammenleben beitragen kann.

Zu guter Letzt!

Ich möchte an dieser Stelle noch anmerken, dass es keinesfalls meine Absicht ist, durch diesen Artikel von der Anschaffung eines Hundes abzuraten. 😉 ABER ich möchte darauf hinweisen, dass man sich wirklich darüber Gedanken machen sollte, was es heißt und ob man das auch leisten und geben kann. Leider passiert es noch viel zu oft, dass Hunde in den Haushalt geholt werden und dann erst danach über die ganzen Punkte nachgedacht wird. Das führt dann oft dazu, dass Hunde im Tierheim landen oder an andere Stellen weitergegeben werden. Was das für einen Hund heißt, der seine Bezugsperson und seine Familie über alles liebt, kann man sich, denke ich, gut vorstellen. Natürlich gibt es auch noch andere Gründe, die ein Weggeben des Hundes auslösen. Aber zumindest der Faktor des „Nicht-alles-durchdacht“-habens, kann durch gute Aufklärung im Vorfeld ausgeschaltet, oder zumindest vermindert werden.

Gerne stehe ich euch mit Rat und Tat zur Seite, wenn ihr Hilfe bei der Auswahl und Adoption eines Hundes braucht!

Lg

Natascha Fahrnberger

Diplomierte Tiertrainerin und tierschutzqualifizierte Hundetrainerin

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